Raymond Bellours Theorie zur Filmanalyse angewandt auf Rainer Werner Fassbinders ‘Angst essen Seele auf’

Raymond Bellours Theorie zur Filmanalyse angewandt auf Rainer Werner Fassbinders ‘Angst essen Seele auf’

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Artikelnummer: 6909800109456914 Kategorie:

Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1,3, Johann Wolfgang Goethe-Universit├Ąt Frankfurt am Main (Institut f├╝r Theater-, Film und Medienwissenschaft), Veranstaltung: Der unauffindbare Text- Theorien zur Lekt├╝re im Kino, Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Hausarbeit soll eine Filmlekt├╝re von R. W. Fassbinders ┬┐Angst essen Seele auf┬┐ (1973) unter Einbettung von Raymond Bellours Theorie zur Filmanalyse (aus den Jahren 1975 und 1985) erfolgen. Hierzu wird zun├Ąchst eine kurze Darstellung der Kernthesen aus Raymond Bellours ┬┐Die Filmanalyse in Flammen┬┐ (1975) und ┬┐Der unauffindbare Text┬┐ (1985) vorgenommen. Im Wesentlichen wird sich die Verfasserin auf die zentrale These Bellours von der Vieldeutigkeit des Films, resultierend aus der Unm├Âglichkeit der Zuordnung eines eindeutigen Verh├Ąltnisses von Signifikat und Signifikant, beziehen, da diese These der Filmsemiotik von einer individuellen Bedeutungsproduktion im Rezeptionsakt besonders f├╝r die Legitimation einer Pluralit├Ąt der Deutungsans├Ątze spricht, wie sie Raymond Bellour, Thierry Kuntzel und andere programmatisch gefordert haben. In diesem Spiel mit der Vieldeutigkeit des Filmbildzeichens zugunsten einer ver├Ąnderten Wahrnehmung, die formal filmsprachliche Muster durchbrechen und inhaltlich Tabus artikulieren will, haben Rainer Werner Fassbinders Werke des neuen deutschen Autorenfilms ihren festen Platz behauptet. W├Ąhrend der Analyse werden unter anderem folgende Fragen relevant: Wo ist der Bruch mit konventioneller Wahrnehmung und Wahrnehmungsmustern in ┬┐Angst essen Seele auf┬┐ festzustellen und wie werden diese Konventionsbr├╝che reflektiert, beziehungsweise filmisch umgesetzt? Statt einer konventionellen Filmanalyse mit dem ganzheitlichen Anspruch den gesamten Film, m├Âglichst rein werkimmanent, oder filmpsychologisch erfassen zu wollen, vertritt die Richtung Bellours eine freiere Theorie der Filmlekt├╝re, die Raum f├╝r eigene Assoziationen und experimentierfreudige Filmkritik bieten will. Nicht der Film als Ganzes, sondern das scheinbar randst├Ąndige Detail einer Szene kann zum Dreh- und Angelpunkt der gesamten Filmlekt├╝re werden. Im Zeichen dieses Ansatzes soll sich der nun folgende Versuch einer Anwendung von Bellours Theorie auf Fassbinders Film bewegen.

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